Wahrnehmung, Täuschung, Selbsttäuschung

Idealist-Träumer

Astrologiemoderator
Teammitglied
(Im Moment sehe ich wenig Gefahr als Pfirsich gesehen werden zu wollen, wo ich doch eine Zitrone bin und dafür beschimpft und beleidigt zu werden, weil ich bin was ich bin..
So dies Thema, welches ich unter uns angekündigt.)

Wahrnehmung scheint mir sehr breit gefächert und ich mag mit einer Form der Wahrnehmung beginnen –
Intuition.

Vielleicht erstmal an dieser Stelle was ich daruntern verstehe, wie ich sie beschreiben würde.
Intuition sehe ich als passiven Vorgang.
Es finden sich Informationen ein ohne auch nur danach zu suchen ohne etwas wissen zu wollen oder danach zu fragen.
Manchmal sogar wäre es angenehmer nichts zu empfangen.
Dennoch ist Intuition von hohem Nutzen für eine weitestgehend vor Schaden bewahrende Orientierung im Leben und das nicht nur für sich selbst, sowie auch dafür gut günstige Gelegenheiten aufzunehmen und anzunehmen, sie nicht verstreichen zu lassen oder die Finger von was zu lassen..
Man könnte sagen es ist ein gewisses „Bauchgefühl" bei intuitiven Menschen gegeben, welchem nachgegangen werden kann. (Die Wissenschaft sagt, dass der Bauch ein zweites Gehirn ist, wobei es als erstes in der Evolution vorhanden war, das Kopfgehirn sich später entwickelte.)

Intuition kann somit nicht verwechselt werden mit Spekulation, dies spielt sich im "Kopfgehirn" ab, wobei dort viele Möglichkeiten durchgespielt werden was sein könnte, ohne überhaupt zu einem Ergebnis zu kommen.
Dennoch haben Intuition und Spekulation eines gemeinsam, man weiß nicht wirklich, kann nur spekulativ glauben oder intuitiv vertrauen...denn Beides brauchen zur Gewissheit die Bestätigung im Außen.

Eine Möglichkeit diese zu gewinnen, wäre einfach mal nachzufragen was die richtige Schlussfolgerung bei Spekulationen sind oder inwieweit man seiner Intuition trauen kann.

Nachfragen mag nichts unterstellen.
Nachfragen dient dazu einen Menschen nicht vorzuverurteilen, ist dadurch auch immer mit Akzeptanz und Achtung gegenüber einem anderen Menschen in seinem Sein verbunden.
Nachfragen dient dem Erkennen und wissen wollen dessen was ist, und zeichnet sich darin aus seine Wahrnehmung an den realen Gegebenheiten und Begebenheiten zu prüfen.
Nachfragen hält davon ab alles um sich, der eigenen Wahrnehmung und somit sich selbst unterzuordnen,

Schließlich könnte man sich täuschen...
Denn,
Wahrnehmung kann schnell durch eigene Erfahrungen, den gerade bestehenden Lebensumständen, sowie der eigenen individuellen Lebenseinstellung gefärb sein.

Eine Wahrnehmung die somit weitgehend den realen Gegebenheiten nahekommt, ist dann möglich, wenn Persönliches ausgeblendet werden kann und ohne diesem das Empfangene die Möglichkeit bekommt „unbelastet“ sich einem zu zeigen.
Ich denke das ist nicht so einfach?

Wichtig scheint mir zu sein, dass man sich selbst recht gut kennt um unterscheiden zu können was gehört zu mir, was bringe ich aus mir ein, in das was mich erreicht um dieses dann auch ausblenden zu können.
Ist dies nicht der Fall besteht die Gefahr sich zu täuschen, etwas falsch zu sehen, falsch zu deuten.

Was hat eine durch sich selbst gefätbte Sichtweie mit Täuschung und Selbsttäuschung zu tun?
Sehr viel.

Ich mag wahrnehmen was ich gern möchte, gefärbt durch persönliche Wünsche, Träume, Sehnsüchte....
Ein Vogel flog über den See, im selben Moment verzerrte ein darin schwimmender Fisch sein Spiegelbild. Der Vogel nahm sich als Fisch wahr, stürzte sich in die Flut und ertrank.
Letztens sah ich wieder einen Bericht über Liebesscammer und um ihr Geld betrogene –meist- Frauen. Das passt gut hierzu.
Doch s gibt Niemanden allein der täuscht sondern immer noch einen der sich täuschen lässt.

Oder ..durch persönliche Einstellung in verschiedenen Bereichen des Lebens. Ich mag etwas nicht, somit ist es böse, hässlich, ungenießbar...
Wenn ich erwarte, dass ich in einen Pfirsich beiße und dieser nach Zitrone schmekt, sie dann in die Ecke werfe, was kann die Zitrone dafür, dass sie ist was sie ist?
Es scheint mir selten unter den Menschen zu sein, die ihren Irrtum sich selbst eingestehen möchten und damit eine Selbsttäuschung hochhalten, indem sie alle Schuld der Zitrone geben, die nicht nach Pfirsich schmeckt, bzw nicht das ist was man erwartet hat.

Zumindest scheint es ein angenehmer leichter Weg zu sein, wenn Mensch sich mit großer Hingabe täuschen (möchte) damit das Bild von sich selbst nicht in Frage gestellt werden muss.
Damit täuscht man aber auch andere...im Guten wie im Schlechten.

Aber was gut sich zeigt oder scheint ist oft nicht wirklich gut und was schlecht könnte sich im Nachhinein doch als gut erweisen..

LG
 

Idealist-Träumer

Astrologiemoderator
Teammitglied
Sehr verbreitet ist bei der Selbsttäuschung, dass der Mensch geneigt ist den/die anderen schuldig zu sprechen. Das passiert immer dann, wenn das eigene Zutun für eine Enttäuschung von sich gewiesen wird.
Man mag es sich nicht eingestehen dass man selbst vielleicht blind, eben seinen Wünschen und Erwartungen, seinen Fantasien und (rosigen) Vorstellungen folgend vergessen hat die Realitäten anzuschauen und vor allem anzunehmen. Ja dann ist/sind immer und sehr gern, der/die anderen an der eigenen Misere Schuld.

Oftmals sind es die schöne Worte denen ein Mensch aufgesessen, aber Worte sind nicht das Leben. Das was der Mensch sagt kann sehr oft von dem abweichen was er tut.
Solche Menschen haben es leicht einen anderen einzuwickeln, welcher von sich selbst aus nur schöne Worte liebt und ehrlichen Konversationen, die nicht immer Zuspruch ernten, machmal sogar Zorn hervorrufen ablehnt.

Es ist halt einfach auf dem Weg der Unschuld zu wandeln und alles was einem darauf unangenehm begegnet für schuldig zu halten.
Und es ist traurig zugleich, wenn der Mensch seine Selbstverantwortung, zumindest seine Mitverantwortung seiner Irrungen, die unweigerlich mal zur Enttäuschung führen, nur außerhalb seiner eigenen Existenz sucht oder dahin delegiert und wohl letztendlich verbittert über diese Welt zurückbleiben....

Je mehr und länger ich mich selbst täusche oder täuschen lasse, umso schwerer wiegt das Danach vom Aufwachen aus einem Traum.
Nun, genau hinzuspüren genau wahrnemen was geschieht und in einem selbst zu unterscheiden, was ist mein Traum und was ist die Wirklichkeit, was und wie wünsche ich mir was und geben es die äußeren Umstände dafür her ohne sie den Wünschen anpassen zu wollen, könnte heilsam sein, vor schweren Irrtümern und Enttäuschungen schützen.

Bisweilen mag es ja auch sein andere Menschen an sich anzupassen zu wollen und manchmal ist man so damit beshäftigt sich selbst zu knechten und zu verbiegen nur um etwas "haben oder sein" zu können, dem man (ideologisch?) hinterherläuft?

Aber vielleicht ist das alles auch so notwendig für den jeweils eigenen Erkenntnisprozess...

LG
 
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